Das Wichtigste auf einen Blick
Die praktische Prüfung ist der dritte und letzte Teil der staatlichen Abschlussprüfung. Du pflegst einen realen Patienten in deinem Vertiefungseinsatz und zeigst dabei alle Kompetenzen, die du in drei Jahren gelernt hast.
Dauer: Ca. 4-6 Stunden (inkl. Vor-/Nachbereitung)
Ort: Dein Vertiefungseinsatz (Akut, Langzeit, Ambulant)
Prüfer: 2 Fachprüfer begleiten dich
Inhalt: Komplexe Pflegesituation + Reflexionsgespräch
Ablauf der praktischen Prüfung
So wirst du bewertet
Die Prüfer bewerten verschiedene Kompetenzbereiche. Hier die wichtigsten Kriterien:
📋 Pflegeprozess
- Informationssammlung vollständig
- Pflegediagnosen korrekt gestellt
- Ziele SMART formuliert
- Maßnahmen zielgerichtet geplant
- Evaluation durchgeführt
🤝 Kommunikation
- Einfühlsame Ansprache
- Information vor jeder Maßnahme
- Aktives Zuhören
- Angemessene Körpersprache
- Angehörige einbezogen
⚙️ Fachkompetenz
- Techniken korrekt ausgeführt
- Hygiene beachtet
- Arbeitssicherheit gewährleistet
- Standards angewendet
- Dokumentation vollständig
💭 Reflexion
- Handeln begründen können
- Alternativen erkennen
- Fehler eingestehen
- Lernbedarf benennen
- Kritisch hinterfragen
Vorbereitung: Die Pflegeplanung
1-2 Tage vor der Prüfung erhältst du deinen Patienten. Dann erstellst du eine schriftliche Pflegeplanung, die du zur Prüfung mitbringst.
Deine Pflegeplanung sollte enthalten:
- Stammdaten & Biografie (soweit bekannt)
- Medizinische Diagnosen & Medikation
- Aktuelle Pflegeprobleme / Pflegediagnosen
- Ressourcen des Patienten
- Pflegeziele (Nah- und Fernziele)
- Geplante Pflegemaßnahmen mit Begründung
- Zeitplanung für den Prüfungstag
- Benötigte Materialien
Plane 20-30% mehr Zeit ein als du normalerweise brauchst. Prüfungsstress und unerwartete Situationen kosten Zeit. Lieber früher fertig als gehetzt.
10 Tipps für den Prüfungstag
1. Früh da sein
Sei mindestens 30 Minuten vor Prüfungsbeginn da. Check dein Material, atme durch, sammle dich.
2. Material vorbereiten
Lege alles bereit, was du brauchst. Nichts ist peinlicher als mitten in der Körperpflege zu merken, dass die Handtücher fehlen.
3. Laut denken
Erkläre dem Patienten (und damit den Prüfern), was du tust: "Ich kontrolliere jetzt Ihren Blutdruck, weil Sie blutdrucksenkende Medikamente nehmen."
4. Hygiene demonstrieren
Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt – das sehen die Prüfer genau!
5. Patient einbeziehen
Frage nach Wünschen, beachte die Selbstständigkeit, respektiere die Privatsphäre.
6. Flexibel bleiben
Wenn etwas anders läuft als geplant: Ruhe bewahren, neu priorisieren, transparent kommunizieren.
7. Dokumentieren
Schreibe alles zeitnah auf. Die Dokumentation gehört zur Prüfung!
8. Fehler eingestehen
Merkst du einen Fehler, korrigiere ihn sofort und offen. Das zeigt Professionalität.
9. Rückfragen stellen
Bei Unsicherheit darfst du nachfragen – beim Patienten, im Team oder bei Bedarf bei den Prüfern.
10. Auf dich achten
Trink zwischendurch Wasser, geh zur Toilette wenn nötig. Du bist auch nur ein Mensch.
Material-Checkliste
Was du am Prüfungstag dabei haben solltest:
Pflegeplanung
Ausgedruckt, mehrere Kopien
Stifte
Kugelschreiber (blau/schwarz)
Uhr
Mit Sekundenzeiger für Puls
Ersatzkleidung
Saubere Dienstkleidung
Snacks & Wasser
Für die Pause
Handy AUS
Oder auf lautlos!
Das Reflexionsgespräch
Nach der praktischen Durchführung folgt das Reflexionsgespräch (ca. 20-30 Min.). Die Prüfer fragen nach:
- "Wie ist es Ihnen ergangen?" – Selbsteinschätzung
- "Warum haben Sie [Maßnahme] so durchgeführt?" – Begründung
- "Was hätten Sie anders machen können?" – Alternativen
- "Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?" – Lerneffekt
- "Welche Standards haben Sie angewendet?" – Fachwissen
Nicht: "Das habe ich so gelernt" oder "Das macht man halt so"
Besser: Konkret begründen mit Expertenstandards, Pflegewissenschaft oder individuellen Patientenbedürfnissen.
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Mit dem Azubi-Tracker dokumentierst du Pflegeprozesse strukturiert – perfekt für die Prüfungsvorbereitung.
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